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Die Unterwasserfussball Europameisterschaft

Wer hätte gedacht, dass es soviel spass macht unter Wasser in Apnoe Fussball zu spielen. Wir hatten acht Teams und unser persönlicher Angstgegener war von Anfang an England. Die hatten zwar so gar nichts mit England zu tun, aber da es nur einen Trikotsatz in Mädelsgrößen gab, war klar dass es dieses reine Mädelsteam treffen würde.

Nun sind Mädels ja nicht immer die „ganz krassen“ Gegner - daher hatte ich noch recht entspannt darauf reagiert, als Erna vom Monte Mare erklärte dass die Doris ( Hovermann ) mit zwei Freundinnen kommt. Mir war klar, dass Doris als Rekordtaucherin und mehrfache Teilnehmerin von Weltmeisterschaften schon ziemlich fit ist, aber wer sollten denn die anderen Mädels sein ? Als ich aber die komplette Aufstellung sah, wurde mir dann doch ein wenig mulmig. Donya Amer( die ja nicht gerade dafür bekannt ist, dass es ihr an Ehrgeiz mangelt ) und Jenifer Wendland ( CMAS Athletin, Rekordhalterin und UW Rugbyspielerin ) - ach Du scheiße !!!

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In meinem Team war Uwe Kiehl - so eine Art Lothar Mathäus der brilliante Pässe spielen konnte und den unbedingten Willen zum Sieg hat. Daniel Redel, offensives Mittelfeld, mit dem Drang zum Tor, der sich aber auch nicht zu schade ist, mal hinten auszuhelfen-so eine Art Michael Ballack. Dann hatten wir noch Michael Hust bei uns im Team, ein Hüne - so groß wie ich nur mit Muskeln und kahl geschoren. Er war der Carsten Jancker oder Peter Briegel, also eine Art Prellbock in dessen Windschatten wir durch die feindlichen Linien brechen und das Netz mit dem Unterwasserball perforieren wollten. Leider mussten Michael an das Schweizer Team abgetreten werden, weil diese zu wenig Leute hatten. In aller Bescheidenheit würde ich mich so als Mischung aus Lionel Messi und Christiano Ronaldo sehen, vielleicht ein bisschen eleganter und filigraner im Abschluss.

Unser erstes Spiel stand fest und wir waren in der schwereren der beiden Gruppen. Die ersten waren - genau England. Unsere Strategie war es, die Mädels direkt hart anzugreifen. Geschockt von dem harten Spiel sollten sie zu Fehler gezwungen werden. Wir hofften, dass sie darauf gehofft hatten, dass wir sie schonen würden. Die Taktik ging fast auf, wir konnten ein Hammerspiel zeigen und es ging unentschieden aus.

Wenn wir gegen England gewonnen hatten, dann gab es keinerlei Probleme mehr. Vor dem nächsten Spiel gegen Spanien ( das Monte Mare Team ) hatten wir bereits im groben ausgemacht, wer zuerst die Trophäe für den EM Sieg bei sich zuhause aufstellen durfte. Die Jubelgesten und Choreografien wurden abgestimmt - denn wer sollte uns jetzt noch auf dem Weg zum Titel aufhalten ?

Vielleicht war es ein Fehler erstmal zu locker an die Spanienpartie ranzugehen, vielleicht zuviel getänzelt, vielleicht zu überheblich gespielt, schwuppdiwupp waren sie mit ein paar Toren im Vorteil. Als wir aufgewacht sind, war das Spiel schon fast vorbei und wir konnten zwar aufholen, sind dann aber um ein Tor gescheitert. Tja…..

Gegen die künftigen Titelträger aus Belgien ( Tauchclub Bonn ) waren wir chancenlos - keine Ahnung warum. Technisch sicher besser, hatten wir vielleicht noch die Enttäuschung gegen Spanien in den Knochen. Vielleicht hatten wir auch gegen England so weit über unseren Verhältnissen gespielt, dass wir den ganzen Tag mit den Folgen zu kämpfen hatten. Wie dem auch sei - wir sind völlig unverdient in der Vorrunde rausgeflogen. Nur das Wissen, dass die Vizeweltmeister aus England kamen und wir wenigstens gegen die Mädels gut ausgesehen hatten, konnte uns trösten. Und natürlich das extrem enttäuschend abschließende Team aus Österreich rund um Christian Redl ;-) Irgendwie hatte er etwas falsch verstanden und sein Team bestand aus : 1. Christian Redl 2. Christan Redl und der dritte hieß Redl Vorname Chris. Um es kurz zu machen, ebenfalls aus in der Vorrunde mit zweistelligen Ergebnissen zu null und keinem ( KEINEM ) einzigen Sieg :-)

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Doch wenn wir gerade bei der Kollegenschelte sind, müssen wir auch noch über Rene Trost sprechen. Rene führte das Schweizer Team an, wie die anderen großen Schweizer Fussballspieler ….Ottmar Hitzfeld zum Beispiel. Ungeschlagen, tatsächlich jedes Spiel gewonnen, zogen sie in das Halbfinale ein. Doch der Schock war groß : Er hatte sich verletzt !!!! Jetzt fragt sich der Leser natürlich, was kann man sich angetan haben, dass man das Halbfinale verpasst und sein Team nicht mehr unterstützt ?? Abgerissene Gliedmaßen, gebrochener Rücken, Knieabriss ??? Nein, wegen eines gebrochenen Zehs verpasste er das Halbfinale und das Spiel um Platz drei. Die Mannschaft war nun geschockt und kopflos und verlor alle beiden Spiele. So dass statt dem Finale nun der undankbare vierte Platz möglich war.

Insgesamt hatte Mares/Head keinen so guten Tag erwischt und das Mares Team, welches als Team Italien an trat, flog ebenfalls schon in der Vorrunde raus. Personelle Konsequenzen sowohl beim Team Italien, als auch beim Mares Apnoeteam sind nicht ausgeschlossen.

Zusammenfassend muss man sagen, dass es ein Hammerevent war. Wir wurden liebevoll umsorgt vom Monte Mare Team und klasse unterstützt von Mares, UK Germany und vielen mehr. Am schönsten war es wieder so viele Leute zu treffen, die ich noch nicht kannte die Belgier, die Franzosen und viele mehr.

In zwei Jahren komme ich wieder mit einem Team, dann zur WM strengen wir uns wirklich an.

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Nik Linder

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