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Seatrekking rund um Portofino

Um 17 Uhr kommen Flo und Laurenz ins Tauchcenter um Christian und mich abzuholen um gemeinsam nach Rapallo zu fahren und den Rest der Mannschaft zu treffen. Flo ist eine Sportskanone, Kletterer und begeisterter Seatrekker.

Laurenz Segel-, Rafting-, Gleitschirmlehrer.Christian ist Wildnspädagoge, Trailrunner, Survivalexperte, Kanuguide, Tauchlehrer und überhaupt am liebsten im Wald zuhause. In Rapallo treffen wir auf Björn Scuba und Freediving Instructor aus Elba und auf Bernhard, den Erfinder von Seatrekking und Gründer der Firma AETEM. 

Seatrekking ist die reduzierteste Art, die Ozeane, Seen und Flüsse zu bereisen und Plätze zu entdecken, die ein Kanufahrer oder ein Wanderer nicht zu Gesicht bekommt. Das Equipment hat allerkleinstes Packmaß und die Nahrungsmittel werden so gewählt, dass möglichst wenig Masse möglichst viel Kalorien und Energie enthalten. Die wasserdichte Tasche von AETEM trägt man während der Wanderung auf dem Rücken und wenn man ins Wasser geht, zieht man sie an einer flexiblen Leash hinter sich her. Dann fungiert die Tasche nicht mehr nur als Behälter, sondern auch als Boje. Die Küstenlinie wird über und unter Wasser entdeckt. Dabei sucht man sich Plätze am Meer, im Wald, im Fels um zu übernachten und zu kochen. 

Wir kommen gut durch die Schweiz und stehen am Simplon Pass bis zu den Knien im Schnee. Es ist tief in der Nacht und wenig später sind wir in Rapallo und suchen einen Platz wo wir den Ford Transit von Flo parken können um noch ein paar Stunden zu schlafen. Mittlerweile regnet es in Strömen und die Aussicht, die nächsten vier Nächte unter freiem Himmel zu verbringen verursacht bei mir so eine "ob´s das alles jetzt so bringt"- Stimmung. Nur Flo und Christian haben noch vor Freude glänzende Augen und geben vor, dass sie sich nichts schöneres vorstellen können, als im Regen im Wald zu liegen. Den Platz den wir finden, scheint ideal zu sein, leider wecken uns bereits 2 1/2 Stunden später die Carabinieri, die mit drei Autos angerückt sind um uns zu kontrollieren. Nachdem klar ist, dass wir die nahegelegenen Villen nicht ausräumen möchten, sondern nur schlafen, sind sie sehr nett zu uns. Die Nacht ist nun vorbei und wir treffen Bernhard kurz vor Portofino. Der Regen ist verschwunden und die Sonne rausgekommen, sie wird die nächsten vier Tage nur in der Nacht nicht mehr zu sehen sein. Nachdem wir das Aetem Bigpack gepackt haben und die Nahrunhgsmittel verteilt haben, stößt Björn aus Elba noch zu uns. Gemeinsam folgt der erste Teil des Trails nach San Fruttuoso, wo wir nahe dem Kloster im Wald unser Lager aufschlagen. 

Die kurze vorherige Nacht steckt noch in unseren Knochen und wir schlafen sehr gut. Ich selbst bin sehr früh wach und beobachte den Sonnenaufgang am Meer, der sich auf die gegenüberlegende Seite des Berges zeigt und uns erst in einigen Stunden wärmen wird. Die Tage sind super warm und ich kann kaum glauben, dass wir im November noch in der Badehose im und am Meer sein können, doch die Nächte sind kühl bei ca. 9 Grad. Christian wacht etwas später auf und endeckt gleich eine ganze Anzahl von Tieren ( Wildschweine auf dem Weg zur Toilette ( selbst gegrabenes Loch ) und einen Skorpion auf seiner Exped Luftmatraze ). 

Die nächsten Tage sind fantastisch und drehen sich immer um Freediving, Lager suchen, Wasser suchen, Kochen, Schlafen. Wir sind viele Stunden täglich im Wasser und genießen dieses Naturschutzgebiet. Mehrmals werden wir von der Küstenwache kontrolliert, die uns erst nach dem zweiten Besuch abnimmt, dass wir keine Speerfischer sind. In diesem Schutzgebiet ist dsa jagen streng verboten. Dafür wird man mit einem Fischreichtum belohnt, den ich so im Mittelmeer noch nicht erlebt habe.

Einige Tage später erreichen wir den Hafen von Porto Fino und steigen aus, trinken Kaffee und Bier am Hafen und lösen uns nur sehr langsam von diesem Bild der Schiffe, des Wassers, der Sonne, das man nicht schöner hätte malen können. Vier unfassbar intensive Tage reduziert auf das Wesentliche sind viel zu schnell vorbeigegangen. Ich freue mich schon auf den nächsten Trail. 

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Nik Linder

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