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Apnoereise in die Türkei

Eine fast perfekte Tour

Ich stehe an Bord - hinter mir bohren sich die Blicke der Anderen in meinen Rücken. Wann kommt sie, wo bleibt sie, es ist bereits 6 Uhr und wir sehen sie noch immer nicht. Von links kommt eine kleine Wolke, sie wird doch nicht…. Von links könnte Osten sein, keine Ahnung, ich könnte Jürgen fragen,

Chef des Bootes der neben mir steht und mich immer wieder von der Seite flehend anblickt.

Seine Knie schlottern im selben Takt, wie die Wellen an die Bordwand klatschen. Vielleicht hängt alles an diesem Augenblick. Jürgen ist nervös, ich bin nervös. Gestern hatte Jürgen bei der Wanderung eine Garantie für griechische Landschildkröten ausgesprochen. Über die malerische Bucht, in der sich die Sonne schön spiegelte, in der wir einsam lagen und hin und wieder eine Wasserschildkröte um Luft zu holen nach oben kam, war fast alles perfekt….fast - denn es fehlt die verdammte griechische Landschildkröte.

Heute habe ich die „Anderen“, die Teilnehmer unserer Apnoereise in die Türkei, gezwungen um 5:45 aufzustehen. „Stellt Euch vor, wir beginnen mit unserem morgendlichen Pranayama und während dem Sonnengrußgeht die Sonne auf- direkt vor uns“.

06:01. dunkel und die Wolke nähert sich von links immer näher. Bereits vor einigen Minuten haben wir mit dem Sonnengrußbegonnen. Wir hatten tolle Plätze angefahren. Wir sind teilweise gesegelt, die Tauchgänge waren spektakulär, das Tieftauchen an der Steilwand, die Schnorcheltauchgänge mit Schildkröten, dem Wrack. Nein, es wäre unfair, wenn die Sonne nun einen Makel auf die bislang makellose Tour werfen würde, die fast makellose Tour - fast…genau wegen der Schildkröte.

06:02 - wo bleibt sie ? Jürgen hat nicht alles falsch gemacht. Im Gegenteil bis zu der Sache mit der Schildkröte lief alles fantastisch, die malerischen Buchten, die er mit seinem Partner Ahmed und der Crew ansteuern lies - toll ! Die Wanderungen - super ! Gestern waren wir an einem verlassenen Kloster - dort gab es einen Wunschbaum, wo man etwas weißes hinhängen konnte und sich etwas wünschen konnte. Wir hatten nichts dabei….nichts…zumindest nichts weißes. Hätten wir nur, hätten wir nur…wir hätten uns eine Schildkröte gewünscht, eine Schildkrötenfamilie, einen Berg von griechischen Landschildkröten. Aber nein, wir haben es vermasselt. Jetzt stehe ich hier und mache den 14. Sonnengruß, neben mir Jürgen und hinter mir 11 Teilnehmer der ersten Freediving und Segeltour des Veranstalters Omneia.

Zu allem Überfluss steht auch noch Moni Eigentümerin von Omneia hinter mir - ihre Blicke …ich spüre sie - obwohl sie hinter mir steht. Ich fühle ihre Gedanken „Wozu habe ich einen Apnoeprofi engagiert, wenn das nun so in die Hose geht. Wie schwierig kann es sein - vorherzusagen wann das Mistding über den Horizont kommt“? Schwer, denn je nachdem wie hoch die Berge sind, kommt die Sonne etwas früher oder später…..

06:04 eine helle Sichel erhellt den Horizont, sie ist da. Ein „ooh und aah“, die anderen tanzen in der Sonne. Ich drehe mich um - Moni nickt mir anerkennend zu. Jürgen hält meine Hand …ganz fest, wir blicken uns wortlos an - „Schwein gehabt“.

Alles stand auf Messer Scheide, aber nun blicken wir zurück auf eine perfekt Tour….eine fast perfekte Tour ;-)

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Nik Linder

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